In Polen ist im Frühjahr 2025 ein innenpolitischer Streit über die mutmaßliche Lieferung von Patriot-Luftabwehrraketen vom Typ PAC-3 an die Ukraine entbrannt, in dem die nationalkonservative PiS der Regierung vorwirft, Parlament und Präsidenten übergangen zu haben.
Die Auseinandersetzung dreht sich um die Frage, ob Polen Raketen aus eigenen Beständen an die Ukraine abgegeben hat oder der Ukraine einen Platz in der US-Bestellliste für das Patriot-System überlassen hat. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz ließ diese Frage ausdrücklich offen. Beide Varianten wären politisch heikel: Im einen Fall hätte Warschau eigene Kapazitäten geschwächt, im anderen Fall die Auslieferung an die eigenen Streitkräfte verzögert.
PiS-Fraktionschef Mariusz Błaszczak, früher selbst Verteidigungsminister, machte die Bedeutung der Munition für die Landesverteidigung deutlich: „Diese Raketen sind ein Schlüsselelement der Verteidigung des polnischen Luftraums gegen ballistische Raketen und andere hochentwickelte Bedrohungen." Er forderte die Regierung auf, den Vorgang umgehend aufzuklären.
